Regenwasser versickern erlaubt coesfeld
Lokale vorschriften in coesfeld
die versickerung von regenwasser ist in nordrhein-westfalen grundsätzlich das bevorzugte verfahren zur beseitigung von niederschlagswasser, wie in der landesbauordnung (bauo NRW 2018) in § 48 (grundstücksentwässerung) und § 50 (beseitigung von niederschlagswasser) festgelegt. Die stadt coesfeld konkretisiert diese anforderungen durch eigene satzungen und hinweise. Prüfen sie die örtliche bauordnung und den aktuellen flächennutzungsplan der stadt coesfeld. Insbesondere sind hier diehinweise zur dezentralen regenwasserbewirtschaftung der stadt coesfeld, stand 2024(simuliertes dokument) maßgeblich. Achten sie auf:
- Ausweisungen von wasserschutzgebieten oder altlastenverdachtsflächen, in denen die versickerung eingeschränkt oder untersagt sein kann.
- Festsetzungen zu mindestabständen von versickerungsanlagen zu gebäuden, grundstücksgrenzen und dem höchsten grundwasserstand.
- Vorgaben zur einleitung in den öffentlichen kanal bei nicht-versickerbarkeit.
ein bauherr in coesfeld erhielt ablehnung für eine geplante rigolenversickerung, da der erforderliche mindestabstand zum höchsten grundwasserstand (gemäß dwa-a 138, abschnitt 5.3.2: i.D.R. 1,0 m) nicht eingehalten werden konnte. Eine vorherige grundwassererkundung ist unerlässlich.
Fundament- und anlagentypen für regenwasserversickerung
für die verschiedenen arten von versickerungsanlagen gibt es spezifische anforderungen an die bodenvorbereitung und materialwahl, die als "fundament" für die funktionsfähigkeit der anlage verstanden werden können.| fundamenttyp (anlagentyp) | notwendige tiefe/dimensionierung | materialien (schichten) | kostenschätzung (material & einbau, pro m² fläche / m³ volumen) |
| muldenversickerung (bodenbettung auf gewachsenem boden) |
einstautiefe: 20-30 cm. gesamttiefe der mulde: 0,6 - 1,0 m. fläche: ca. 0,5 - 1,0 m² pro 10 m² angeschlossener dachfläche bei mittlerem kf-wert. |
vegetationsschicht (ca. 10-15 cm) sickerschicht (oberboden/sand-gemisch) gewachsener boden mit ausreichendem kf-wert |
30 - 60 eur/m² |
| rigolenversickerung (grabensohle mit filter- und speicherschicht) |
rigolentiefe: 0,8 - 2,0 m. volumen: bemessung nach regenspende, kf-wert und speichervolumen des füllmaterials. Mindestvolumen von 0,05 m³ pro m² angeschlossener fläche. |
sickerkies (korngröße 8/16 oder 16/32 mm) geotextil (trennschicht) filterschicht (sand) rigolenkörper (z.B. Kunststoffelemente) |
50 - 120 eur/m³ (des rigolenkörpers) |
| schachtversickerung (filterschicht unter schachtkörper) |
schachttiefe: 2,0 - 4,0 m (bis mind. 1,0 m über hgw). schachtdurchmesser: 1,0 - 2,0 m. volumen: bemessung nach regenspende, kf-wert. |
sickerkies/rundkorn (8/16 oder 16/32 mm) als filterschicht. beton- oder kunststoffschachtringe (perforiert). |
1.000 - 3.000 eur/stück (je nach tiefe & material) |
| flächenversickerung (oberbodenauflage auf gewachsenem boden) |
keine definierte tiefe, flächige ausbreitung. fläche: ca. 1,0 - 2,0 m² pro 10 m² angeschlossener dachfläche bei gut durchlässigem boden. |
vegetationsschicht oberbodenauflage gewachsener boden mit hohem kf-wert |
15 - 40 eur/m² |
Wie sie ihr regenwasser in coesfeld richtig versickern lassen
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Schritt 1: standortprüfung & genehmigung
prüfen sie den flächennutzungsplan der stadt coesfeld und die lokalenhinweise zur dezentralen regenwasserbewirtschaftung
. Klären sie, ob ihr grundstück in einem wasserschutzgebiet, altlastenbereich oder einer überschwemmungsfläche liegt. Beachten sie die mindestabstände zu gebäuden, grundstücksgrenzen und anderen baulichen anlagen gemäß bauo NRW und den lokalen vorgaben. -
Schritt 2: bodengutachten & grundwasserstand
beauftragen sie eine detaillierte baugrunduntersuchung durch ein qualifiziertes fachbüro. Lassen sie den durchlässigkeitsbeiwert (kf-wert) des bodens und den höchsten grundwasserstand (hgw) ermitteln. Dies ist entscheidend für die machbarkeit und dimensionierung ihrer versickerungsanlage (gemäß dwa-a 138, abschnitt 4.2 und 5.3.2). -
Schritt 3: anlagenauswahl & dimensionierung
wählen sie basierend auf dem kf-wert, der angeschlossenen fläche (z.B. Dachfläche, wege) und den lokalen gegebenheiten die geeignete versickerungsanlage (mulde, rigole, schacht). Dimensionieren sie diese fachgerecht nach den vorgaben des arbeitsblattes dwa-a 138, abschnitt 6, um eine ausreichende kapazität bei starkregenereignissen sicherzustellen. -
Schritt 4: bauausführung & dokumentation
lassen sie die versickerungsanlage durch qualifiziertes personal unter einhaltung der technischen regeln (z.B. Din 18300 für erdarbeiten) bauen. Vermeiden sie verdichtungen des bodens im infiltrationsbereich. Dokumentieren sie den baufortschritt mit fotos und skizzen, insbesondere die einzelnen schichten und materialien, für eine mögliche spätere prüfung oder genehmigung.